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-118- Stattdessen blieben sie trüb.


Wir packten im Morgengrauen. Koffer aus altem Leder, gefüllt mit Kleidern und Habseligkeiten, Körbe mit Äpfeln, Birnen, Brot und einem Topf Butter. Meine Ärmel waren feucht vor Schweiß und Haare klebten mir in der Stirn. "Wohin werdet ihr gehen? Kommt ihr wieder?", flehte sie an meinem Ohr, die Umarmung so fest und warm, dass ich nie wieder diese drückende Enge der Geborgenheit gehen lassen wollte.
"Das ist nur ein Morgen", antwortete ich leise; Stimme an Stimme, "ein Morgen von vielen. Und ..." Doch ich konnte nicht weiter sprechen; es brach mich und meine Kehle streikte, bis meine Lippen bebten und ich mich aus der Umarmung riss. "Hab keine Furcht" auf den Lippen; Worte, die ich nicht länger aussprechen konnte, schluckte ich hinunter und wollte ihre Augen mit Glückseligkeit füllen. Stattdessen blieben sie trüb.
"Wir sind soweit", eine Stimme vom Schatten in meinem Rücken.
"Leb' wohl."
"Vielleicht."

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Julia Mayer
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